(1) Kortschnoj,V - Keil,U [A61]
Simultan Flora Fredersdorf, 05.02.2007
[Keil,Uwe]

Benoni - Verteidigung

1.d4 Sf6 2.c4 c5 3.d5 e6 4.Sc3 exd5 5.cxd5 d6 6.Sf3 g6 7.Lg5 Lg7 8.Sd2 h6 9.Lh4 g5 10.Lg3 Sh5 11.Da4+ Kf8 12.Dc2 Sxg3 13.hxg3 Sd7 14.e3 Se5 15.Le2 De7
Vorbeugend gegen f4 gerichtet.In der Stammpartie dieser Variante Uhlmann - Garcia 1966 spielte Schwarz hier 15...a6 und nach 16.a4 Ld7 17.a5 Kg8 18.e4 Lb5 (?) 19.Sd1! Le2: 20.Ke2: wurde Schwarz langsam aber sicher auf den weißen Feldern ausgestopft.

16.0-0-0
Kämpferisch wie immer!

16...a6 17.f4?!
Kommt direkt zur Sache - aber nun wird Weiß seinen weißfeldrigen Läufer geben müssen und Schwarz kann die Felder kontrollieren.

17...Sg4 18.Lxg4 Lxg4 19.Tde1 b5 20.f5
Hier hatte ich eher 20.e4 oder Sd1 erwartet.Der Bauer scheint sich vielleicht auf f6 opfern zu wollen ?!

20...Lf6
Vielleicht zu respektvoll, aber für lange Berechnungen zu den Folgen nach 20...b4 21.f6 !? drehte mir Kortschnoj einfach zu flotte Runden ...

21.Thf1
Nun droht ein weißer Springer sich unangenehm zentral auf e4 einzunisten, also ...

21...Lxc3 22.Dxc3 f6
Damit glaubte ich den weißen Vorwärtsdrang gebremst zu haben und mich nun eventuell der weißen Königsstellung widmen zu können.

23.e4 Kf7 24.e5
Uff !! Die Festung wird bereits gestürmt. Von Kortschnoj fast aus dem Handgelenk gespielt.

24...dxe5
Hielt ich für das kleinere Übel als das Nehmen mit dem f-Bauern, zumal der d-Bauer in seinen Vorwärtsdrang gebremst werden kann. [24...fxe5 25.Se4 ]

25.Se4 Tad8
Nun muß der Freibauer gestoppt und abgeholt werden!

26.Dd2
Auf 26.d6 was ich erwartete, hatte ich die Beseitigung des Bauern beabsichtigt und hielt die schwarze Stellung für gut spielbar. [26.d6 Txd6 27.Sxd6+ Dxd6 28.Te4 h5 ]

26...Td6!
Der Bauer darf nicht vorrücken, sonst fällt die schwarze Festung, [26...Dd7? 27.d6 c4 (27...Lxf5 28.Df2+/- ) 28.Dd5+ Kg7 29.Sxf6! Kxf6 30.Dxe5+ Kf7 31.Dd5+ Kg7 32.f6+ Kg6 33.Te7 ]

27.Sxd6+
Kortschnoj besann sich hier etwas länger und sein Mienenspiel drückte nicht mehr volle Zufriedenheit aus. Vielleicht hätte die Rückgabe der Qualität mit 27. Td1 dem Anziehenden noch etwas Druckspiel auf den weißen Feldern gebracht ?! [27.Td1 Lxd1 28.Txd1 Thd8 29.Sxd6+ (29.De2 Txd5 30.Dh5+ Kf8 31.Txd5 Txd5 32.Dxh6+ Dg7-/+ ) 29...Dxd6 30.De2 Kg8 31.Dh5 Df8 32.d6 Df7~~ ] Aber Kortschnoj ist ja dafür bekannt, lieber das Material des Gegners zu "opfern"...

27...Dxd6 28.Te3
Noch immer konnte Weiß hier die Qualität für Gegenspiel anbieten. [28.Te4 h5 29.Da5 Td8=/+ ; 28.Td1 Lxd1 29.Txd1 c4 30.g4 b4 31.g3 c3 32.Dh2 cxb2+ 33.Kxb2~~ ]

28...Td8 29.Td3
Hier ist der Turm gut angreifbar und die schwarzen Bauern kommen schnell in's Laufen. [29.Te4 h5 ]

29...c4 30.Ta3 b4
Natürlich kein Damentausch auf d5 - solange ein Königsangriff winkt.

31.Ta4 a5!?
Für ein Bäuerchen kann Schwarz den Druck auf die weiße Stellung verstärken. Nach dem sofortigen 31...c3 sah ich keine mögliche Verstärkung für Schwarz. [31...c3 32.bxc3 Tc8 33.a3 Txc3+ 34.Kb2 ]

32.Txa5 Db6 33.Ta4 Tb8 34.d6
Wer kommt zuerst?

34...c3 35.Dd5+ Kg7 36.De4[]
Weiß muß das schwarze Damenschach auf e3 verhindern. [36.Dc4 De3+ 37.Kb1 Lxf5+-+ ]

36...Dxd6
Nun droht Matt mit 37...Dd2+ nebst Db2+. Kortschnoj kam an das Brett, griff schnell nach seinem Turm und suchte nach einem geeigneten Feld. Nach ein paar Sekunden erkannte er seinen Fingerfehler, legte den Turm auf's Brett und gab mit ein paar netten Worten die Partie auf. Wie wäre es weitergegangen nach dem notwendigen 37. Dc2 ? Mit Rechnerhilfe lässt sich eine Zugfolge herausfiltern die zum Remis führt. Vielleicht wäre das der gerechte Partieausgang gewesen ? [27.Dc2 cb+ 28.Kb2: Dd4+ 29.Kb1 Td8 30.Ta6 ! Ld1 31.Dc6 e4 42.Te1 Dd3+ ] 0-1