(1) Strehlow, Billing, Handel, Düsekow, Keil (Kommentar Uwe Keil) -

Eisenträger, Ellenberg, Lüdtge, Ollek, Weiss (Kommentar Peter Weiss) 

Beratungspartie, 02.03.2007 

30 Züge / 1 Stunde

Verzögerte Sweschnikow-Variante [B33]

1.e4  

Weiß spielt e4. Die erste Frage: Wie antworten - es sollen ja alle mitarbeiten. Schnell ist man sich über 

c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 einig. Aber wie weiter. Peter und Stefan spielen Sweschnikow (5. ...e5) - die anderen kennen sich da gar nicht aus. Im Gegenlager sind Horst und Georg darin die Spezialisten. Dieter und Eckehart plädieren für 

  e6 6.Sdb5 d6 7.Lf4 e5 Mit kleiner Umstellung nun doch noch die Sweschnikow-Variante. Ausgetrickst - das hat sich bestimmt Horst Strehlow ausgedacht.

8.Lg5 a69.Sa3 b5 10.Lxf6 gxf6 11.Sd5 Lg7 12.c3
Das ist Horst seine Lieblingsvariante. Da Stefan zu diesem Zeitpunkt nicht da war, war ich der einzige, der damit Spielpraxis hatte.  0-0
Viel öfter wird hier laut Datenbank zu f5 gegriffen.

13.Sc2
Die Diskussion drehte sich darum, ob Tb8 ein guter Zug in dieser Stellung ist. Also Tb8 Schwarz begibt sich auf einen exotischen Nebenpfad. Weit gebräuchlicher ist hier f5! 

14.a4
Weiß bekommt bequemes Spiel mit Druck auf dem Damenflügel.
Das kann eigentlich nicht gut sein. Den Bauern b2 geben ist mir völlig neu. 

14...bxa4
15.Txa4 Txb2 An der Stelle ist wohl a5 besser. aber einen Turm auf der 2. Reihe hat man ja immer gern. 16.Lxa6 Le6
Der Abtausch auf a6 kann den Schwarzen auch keine Freude bereiten.

17.Sce3
Nun ist der systemgerechte Vorstoß f5 fürs erste verhindert und Schwarz muss im Trüben fischen.
Schwarz kommt nicht mehr zu f5. Hier waren wir uns nicht mehr einig. Ekkehart wollte den Turm wieder zurück ziehen. Peter meint, dass das die einzige aktive Figur ist. Nach langem diskutieren haben wir uns für den "vorbereitenden" Königszug entschieden.

17...Kh8 18.0-0 Tg8
Schwarz hat eine mysteriöse Umgruppierung vorgenommen, das Ziel blieb den Weisen unklar.
Dieter meinte, dass wir nicht schlecht stehen. Doch als Sweschnikowspieler weiß man, dass das f5/d5 Problem unter weißer Kontrolle ist. Schwarz hat keinen Plan.

19.Df3
Der weiße Stellungsvorteil ist nicht mehr von der Hand zu weisen - und entsprechend stieg die Stimmung im Lager der Weißen.
Was tun? Schön währe es, den Sprinrer nach c5 zu bekommen. Aber die Überführung Sc6-d7-c5 scheitert immer daran, dass der Turm kein Feld mehr hat. 

19...Tb8 
Den Turm zurück. Besonders Ekkehart spricht sich dafür aus. 20.Ld3
Nicht schlecht, obwohl strategisch konsequenter vermutlich Tfa1 war. [20.Tfa1 Ta8 21.Ld3 Txa4 22.Txa4+/= ]

20...Sa5 21.Lc2
Mit der Idee einen auf b3 auftauchenden Springer abzutauschen und anschließend die a-Linie mit beiden Türmen zu besetzen.

21...Tb2
Schon ist der Turm wieder da. Mit dem Unterschied, dass der Springer jetzt ins Spiel kommt. 22.Tfa1 Sb7 23.Tb4 Die Zeit wurde langsam knapp. Den Turmzug hatten wir nicht auf der Rechnung Txb4 24.cxb4 Die weiße Strategie hat sich durchgesetzt und nun ist guter Rat für Schwarz schon teuer. Weiß droht die schwarze Stellung mit Sf5 auszustopfen. Der Springer kommt nun doch nicht auf sein Wunschfeld c5 und Weiß hat noch dazu einen schönen Freibauern.

24...f5!?
Die letzte Chance!
Jetzt scheint f5 wieder zu gehen. Schließlich kuckt unser Läufer nach a1

25.exf5
Vielleicht schon nicht das Stärkste. Beide Parteien hatten noch ein paar Minuten bis zur Zeitkontrolle im 30.Zug und hatten die weißen Köche hier einen Augenblick länger nachgedacht, wäre der weiße Brei nach Sf5: noch bekömmlicher geworden! [25.Sxf5 Lxd5 26.Sxg7 Txg7 27.exd5 und es ist nicht zu sehen wie Schwarz seine Stellung konsolidieren will.]

25...e4 26.Dxe4?!
Wieder überhastet gespielt. Der bescheidene Ruckzug Dd1 hatte den Schwarzen sicher viel weniger Freude bereitet, z.B. [26.Dd1 Lxd5 27.Sxd5 Lxa1?! auch 27...Le5 kann m.E. die schwarze Stellung nicht mehr retten) 
28.Dxa1+ Tg7 29.Lxe4 De8 30.Sf6 De7 31.Sh5 ] Oberwasser in Zeitnot

26...Lxd5 27.Dxd5 Lxa1 28.Dxb7 
Noch zwei Züge bis zur Zeitkontrolle. Wir sind der Meinung, wir stehen nicht schlechter. Die Qualle gegen den B-Bauern f6
Auch Schwarz last sich nicht lumpen; einfach Df6 scheint einfach ausgleichend zu sein. [28...Df6 29.h3 Ld4 30.Sg4 Dg5 und Schwarz kann noch mitspielen.]

29.Dd5 De7 30.Lb3 Tc8
Partieende Die komplizierte Abbruchstellung ist erreicht. Die Stellung ist materiell ungefähr im Gleichgewicht, aber Weiß hat noch einen Freibauern und die behaglichere Königsstellung. Reicht das für einen weißen Gewinn? Weiß hat den starken Freibauern und die Mattdrohung auf der Diagonalen. Jetzt folgte eine hitzige Diskussion. Weiß wollte die Partie sofort gewinnen. In der Analyse wurden viele Züge wieder zurückgenommen.

31.g3 De5 32.Db7 Te8 33.Le6 Ld4 34.Sg4 De1+ 35.Kg2 h5 36.Df7 De4+ 37.Kg1 De1+
Diese Zugfolge soll nur ein Beispiel für die schwarzen Ausgleichschancen geben. Vielleicht kommen von den beratenden Spielern selbst noch einige Ideen zum möglichen Spielverlauf!? *